Wie trägt man Lehmputz richtig auf die Wand auf?

Sabrina Gerstmayr ·
Handwerker trägt braunen Lehm-Putz mit breiter Kelle auf weiße Innenwand auf, warmes Sonnenlicht beleuchtet Arbeitsplatz

Lehmputz erfreut sich als natürlicher und nachhaltiger Wandbelag immer größerer Beliebtheit. Das fachgerechte Auftragen erfordert jedoch spezielle Kenntnisse und Techniken, um ein optimales Ergebnis zu erzielen. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Lehmputz fachgerecht auf Ihre Wände auftragen und dabei häufige Fehler vermeiden.

Von der Vorbereitung des Untergrunds bis zur abschließenden Pflege erfahren Sie alles Wichtige über die Arbeit mit diesem traditionellen Baustoff, der moderne Ansprüche an Wohnkomfort und Nachhaltigkeit erfüllt.

Was ist Lehmputz, und warum sollte man ihn verwenden?

Lehmputz ist ein natürlicher Wandbelag aus Lehm, Sand und organischen Zuschlagstoffen, der für ein gesundes Raumklima sorgt und Feuchtigkeit reguliert. Der Baustoff besteht hauptsächlich aus Ton, Schluff und Sand in unterschiedlichen Mischungsverhältnissen, die je nach gewünschten Eigenschaften variieren können.

Die Vorteile von Lehmputz sind vielfältig und machen ihn zu einer attraktiven Alternative zu herkömmlichen Putzen. Er reguliert die Luftfeuchtigkeit auf natürliche Weise, indem er überschüssige Feuchtigkeit aufnimmt und bei trockener Luft wieder abgibt. Zusätzlich bindet Lehmputz Schadstoffe aus der Raumluft und trägt so zu einem gesunden Wohnklima bei. Seine wärmespeichernden Eigenschaften sorgen für angenehme Raumtemperaturen, während seine schalldämmenden Qualitäten für mehr Ruhe im Wohnbereich sorgen.

Ökologisch betrachtet ist Lehmputz vollständig recycelbar und verursacht bei der Herstellung deutlich weniger CO2-Emissionen als konventionelle Putze. Diese Nachhaltigkeit macht ihn besonders interessant für umweltbewusste Bauherren und Renovierende, die auf bewährte Lehmbausysteme setzen.

Welche Werkzeuge und Materialien braucht man für das Auftragen von Lehmputz?

Für das fachgerechte Auftragen von Lehmputz benötigen Sie eine Grundausstattung aus Kelle, Glätter, Schwamm, Sprühflasche und geeigneten Pinseln. Die Qualität der Werkzeuge beeinflusst maßgeblich das Endergebnis Ihrer Putzarbeiten.

Zu den wichtigsten Werkzeugen gehören:

  • Putzkelle oder Traufel zum Auftragen des Materials
  • Kunststoff- oder Edelstahlglätter für die Oberflächenbearbeitung
  • Naturschwamm für die Strukturierung und Nachbearbeitung
  • Sprühflasche zur Feuchtigkeitsregulierung während der Arbeit
  • Verschiedene Pinsel für Feinarbeiten und Struktureffekte
  • Rührgerät oder Rührquirl für die Materialvorbereitung

Bei den Materialien sollten Sie auf hochwertigen Lehmputz achten, der bereits optimal gemischt ist oder sich durch Zugabe von Wasser einfach anrühren lässt. Je nach Untergrund kann eine spezielle Grundierung erforderlich sein, um die Haftung zu verbessern. Planen Sie außerdem ausreichend sauberes Wasser zum Anmischen und für die Nachbearbeitung ein.

Wie bereitet man die Wand für Lehmputz vor?

Die Wandvorbereitung umfasst die gründliche Reinigung, die Prüfung der Saugfähigkeit und gegebenenfalls das Aufbringen einer geeigneten Grundierung. Ein sauberer, tragfähiger Untergrund ist entscheidend für die dauerhafte Haftung des Lehmputzes.

Beginnen Sie mit der Entfernung aller losen Teile, von Staub und von Verschmutzungen von der Wandoberfläche. Alte Tapeten, Farbreste oder bröckelnde Putzschichten müssen vollständig beseitigt werden. Prüfen Sie anschließend die Saugfähigkeit des Untergrunds, indem Sie einige Wassertropfen auf die Wand geben und beobachten, wie schnell diese einziehen.

Bei stark saugenden Untergründen wie unbehandeltem Mauerwerk oder Gipsputz ist eine Vorbehandlung mit verdünntem Lehmputz oder einer speziellen Grundierung notwendig. Glatte, wenig saugende Oberflächen wie Beton oder Gipskartonplatten benötigen dagegen eine haftverbessernde Grundierung. Risse oder Unebenheiten sollten Sie vor dem Putzauftrag ausbessern, um ein gleichmäßiges Ergebnis zu erzielen.

Wie trägt man Lehmputz in mehreren Schichten auf?

Lehmputz wird in zwei bis drei dünnen Schichten aufgetragen, wobei jede Schicht vollständig trocknen muss, bevor die nächste folgt. Die erste Schicht dient als Grundputz, die weiteren als Fein- und Oberputz für die gewünschte Oberflächenstruktur.

Erste Schicht: Grundputz

Tragen Sie den angerührten Lehmputz mit der Kelle in gleichmäßigen Bahnen auf die vorbereitete Wand auf. Die Schichtdicke sollte etwa 5 bis 8 mm betragen. Arbeiten Sie zügig, aber sorgfältig, um Ansätze zu vermeiden. Glätten Sie die Oberfläche mit dem Glätter und achten Sie darauf, dass keine Luftblasen eingeschlossen werden.

Zweite Schicht: Feinputz

Nach vollständiger Trocknung der ersten Schicht, was je nach Raumklima 24 bis 48 Stunden dauern kann, folgt der Feinputz. Diese Schicht ist dünner (3 bis 5 mm) und wird feiner strukturiert. Befeuchten Sie den Grundputz leicht mit der Sprühflasche, bevor Sie die zweite Schicht auftragen.

Dritte Schicht: Oberputz (optional)

Für besonders feine Oberflächen oder spezielle Struktureffekte können Sie eine dritte, sehr dünne Schicht (1 bis 2 mm) auftragen. Diese wird mit dem Schwamm oder speziellen Strukturwerkzeugen bearbeitet, um die gewünschte Optik zu erzielen.

Welche häufigen Fehler sollte man beim Lehmputz vermeiden?

Die häufigsten Fehler beim Lehmputz sind zu dicke Schichten, eine unzureichende Untergrundvorbereitung und ein falsches Trocknungsmanagement. Diese Probleme führen zu Rissbildung, schlechter Haftung oder ungleichmäßigen Oberflächen.

Ein kritischer Fehler ist das Auftragen zu dicker Schichten in einem Arbeitsgang. Lehmputz neigt bei Schichtdicken über 10 mm zur Rissbildung, da er beim Trocknen schwindet. Arbeiten Sie daher immer in mehreren dünnen Lagen und lassen Sie jede Schicht vollständig durchtrocknen.

Eine unzureichende Untergrundvorbereitung führt zu Haftungsproblemen und späteren Abplatzungen. Prüfen Sie die Saugfähigkeit des Untergrunds immer sorgfältig und verwenden Sie bei Bedarf eine geeignete Grundierung. Staub, Fett oder andere Verunreinigungen müssen vollständig entfernt werden.

Beim Trocknungsmanagement sollten Sie extreme Bedingungen vermeiden. Zu schnelle Trocknung durch direkte Sonneneinstrahlung oder Heizungsluft kann zu Spannungsrissen führen, während zu langsame Trocknung bei hoher Luftfeuchtigkeit Schimmelbildung begünstigt. Sorgen Sie für gleichmäßige Raumtemperaturen zwischen 15 und 25 °C sowie eine moderate Luftfeuchtigkeit.

Wie pflegt und repariert man Lehmputz nach dem Auftragen?

Lehmputz benötigt nur minimale Pflege und lässt sich bei Beschädigungen einfach mit demselben Material ausbessern. Die natürliche Zusammensetzung ermöglicht problemlose Reparaturen ohne sichtbare Übergänge.

Für die regelmäßige Pflege genügt das vorsichtige Abstauben mit einem weichen Pinsel oder das Absaugen mit geringer Saugkraft. Vermeiden Sie aggressive Reinigungsmittel oder starkes Reiben, da dies die natürliche Oberflächenstruktur beschädigen kann. Bei leichten Verschmutzungen hilft oft schon das vorsichtige Abreiben mit einem trockenen Schwamm.

Kleinere Beschädigungen wie Kratzer oder Dellen lassen sich durch Anfeuchten der betroffenen Stelle und vorsichtiges Glätten mit dem Finger oder einem feuchten Schwamm beheben. Bei größeren Schäden mischen Sie etwas frischen Lehmputz an und tragen ihn dünn auf die beschädigte Stelle auf. Nach dem Antrocknen bearbeiten Sie die Reparaturstelle mit einem feuchten Schwamm, bis sie sich nahtlos in die umgebende Oberfläche einfügt.

Die Langlebigkeit von Lehmputz hängt wesentlich von der Raumnutzung ab. In stark beanspruchten Bereichen können Sie die Oberfläche mit speziellen Lehmversiegelungen schützen, ohne die positiven Eigenschaften des Materials zu beeinträchtigen.

Wie Leipfinger-Bader beim Lehmputz hilft

Wir von Leipfinger-Bader unterstützen Sie mit unserem umfassenden Lehmbausystem und fachkundiger Beratung beim erfolgreichen Einsatz von Lehmputz. Unser Produktportfolio umfasst hochwertige, QNG-zertifizierte Lehmbauprodukte, die traditionelles Know-how mit modernster Technik vereinen.

Unsere Leistungen für Ihr Lehmputz-Projekt:

  • Hochwertige, gebrauchsfertige Lehmputze für verschiedene Anwendungsbereiche
  • Fachkundige Beratung durch unsere Bauberatungsabteilung
  • Technische Unterstützung bei der Materialauswahl und Verarbeitung
  • Umfassende Dokumentation und Verarbeitungshinweise
  • Nachhaltige, vollständig kreislauffähige Produkte

Ob Sie ein neues Bauprojekt planen oder eine Sanierung angehen – mit den Lehmbaulösungen von Leipfinger-Bader setzen Sie auf ein System, das fachlich fundiert, ökologisch durchdacht und in der Praxis erprobt ist.

Unverbindliche Beratung anfragen

Kontaktieren Sie unsere Expertinnen und Experten für eine individuelle Beratung zu Ihrem Lehmputz-Vorhaben und profitieren Sie von unserer über 150-jährigen Erfahrung im nachhaltigen Bauen.