Was kommt unter Lehmputz?

Sabrina Gerstmayr ·
Handwerker trägt frischen Lehm-Putz auf natürliche Ziegelwand auf, warme Terrakotta-Töne gegen rote Ziegel

Lehmputz erfreut sich als natürlicher und nachhaltiger Wandbelag immer größerer Beliebtheit. Doch bevor Sie mit dem Verputzen beginnen können, stellt sich eine entscheidende Frage: Was kommt eigentlich unter Lehmputz? Die richtige Vorbereitung des Untergrunds ist ausschlaggebend für ein dauerhaft schönes und funktionales Ergebnis.

Von der Auswahl des passenden Untergrunds über die fachgerechte Vorbehandlung bis hin zur korrekten Auftragstechnik – jeder Schritt beeinflusst die Haltbarkeit und Optik Ihres Lehmputzes. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wichtige über die verschiedenen Untergrundarten und deren optimale Vorbereitung.

Was ist der richtige Untergrund für Lehmputz?

Der ideale Untergrund für Lehmputz ist saugfähig, tragfähig und frei von trennenden Substanzen. Geeignete Untergründe sind Ziegel, Kalksandstein, Beton, alte Lehmputze sowie Lehmbauplatten und Strohballen.

Besonders bewährt haben sich poröse Materialien wie unbehandelte Ziegel oder Kalksandstein, da sie eine gute Haftung gewährleisten und Feuchtigkeit regulieren können. Auch bestehende Lehmputze eignen sich hervorragend als Untergrund, sofern sie fest und intakt sind. Bei glatten Oberflächen wie Beton ist eine entsprechende Vorbehandlung erforderlich, um die Haftung zu verbessern.

Ungeeignet sind hingegen Untergründe mit wasserabweisenden Beschichtungen, Dispersionsfarben oder Tapeten. Diese müssen vor dem Auftrag des Lehmputzes vollständig entfernt werden, da sie die Haftung verhindern und zu Ablösungen führen können.

Welche Vorbehandlung braucht der Untergrund vor dem Lehmputz?

Die Vorbehandlung richtet sich nach der Art des Untergrunds: Saugende Untergründe werden angefeuchtet, glatte Oberflächen aufgeraut und lose Teile entfernt. Eine gründliche Reinigung ist in jedem Fall erforderlich.

Bei stark saugenden Untergründen wie trockenem Ziegel oder Kalksandstein sollten Sie die Oberfläche etwa 30 Minuten vor dem Putzauftrag gleichmäßig anfeuchten. Dies verhindert, dass der Untergrund dem Lehmputz zu schnell Wasser entzieht und dadurch Risse entstehen.

Glatte Betonoberflächen oder Gipskartonplatten benötigen eine mechanische Aufrauung oder einen speziellen Haftputz. Entfernen Sie zunächst alle losen Partikel, Staub und Verschmutzungen mit einer Bürste. Bei kritischen Untergründen kann ein Probeauftrag sinnvoll sein, um die Haftung zu testen.

Wie unterscheiden sich Haftputz und Grundputz bei Lehm?

Haftputz ist eine dünne Schicht zur Verbesserung der Haftung auf schwierigen Untergründen, während Grundputz die dickere Ausgleichsschicht darstellt. Haftputz wird nur bei Bedarf aufgetragen, Grundputz bildet die Basis für den Oberputz.

Der Haftputz kommt hauptsächlich bei glatten oder wenig saugfähigen Untergründen zum Einsatz. Er wird in einer Dicke von nur wenigen Millimetern aufgetragen und enthält oft Zuschläge wie feinen Sand oder Fasern, die die Haftung verbessern. Seine Aufgabe ist es, eine griffige Oberfläche für die nachfolgenden Putzschichten zu schaffen.

Der Grundputz hingegen dient dem Ausgleich von Unebenheiten und wird in einer Stärke von 10 bis 20 Millimetern aufgetragen. Er bildet die tragende Schicht des Putzsystems und muss entsprechend stabil und gleichmäßig ausgeführt werden. Auf den gut abgebundenen Grundputz wird schließlich der feine Oberputz aufgetragen.

Welche Materialien werden als Unterputz verwendet?

Als Unterputz für Lehmputz werden meist Lehm-Sand-Mischungen mit groben Zuschlägen, fertige Lehmgrundputze oder bei schwierigen Untergründen auch Kalk-Lehm-Mischungen verwendet. Die Körnung ist gröber als beim Oberputz.

Traditionelle Unterputzmischungen bestehen aus Lehm, Sand und Strohhäckseln oder anderen Fasern. Das Mischungsverhältnis liegt typischerweise bei etwa 1:3 bis 1:4 (Lehm zu Sand). Die groben Zuschläge sorgen für Stabilität und reduzieren die Schwindneigung beim Trocknen.

Moderne Fertigmischungen bieten den Vorteil einer gleichbleibenden Qualität und einfachen Verarbeitung. Sie enthalten oft optimierte Zuschläge und sind auf die jeweiligen Anforderungen abgestimmt. Bei besonders kritischen Untergründen können auch Kalk-Lehm-Mischungen zum Einsatz kommen, die eine verbesserte Haftung und Carbonatisierung ermöglichen.

Wie trägt man Lehmputz fachgerecht auf den Untergrund auf?

Lehmputz wird in mehreren dünnen Schichten mit der Kelle aufgetragen und anschließend mit dem Reibebrett oder Schwamm geglättet. Die Schichtdicke sollte 15–20 mm pro Arbeitsgang nicht überschreiten.

Beginnen Sie mit dem Anmischen des Putzes gemäß den Herstellerangaben und lassen Sie ihn etwa 15 Minuten quellen. Tragen Sie den Putz mit schwungvollen Bewegungen von unten nach oben auf und drücken Sie ihn fest an den Untergrund. Arbeiten Sie zügig und vermeiden Sie es, bereits angetrocknete Bereiche nachträglich zu überarbeiten.

Nach dem Auftrag wird die Oberfläche je nach gewünschtem Finish behandelt. Für eine glatte Oberfläche reiben Sie mit dem Reibebrett in kreisenden Bewegungen; für eine strukturierte Oberfläche können Sie verschiedene Werkzeuge verwenden. Wichtig ist, dass jede Schicht vollständig durchgetrocknet ist, bevor die nächste aufgetragen wird.

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