Ein Raffstorekasten ist ein Gehäuse, das die aufgewickelten Lamellen eines Raffstores aufnimmt und vor Witterungseinflüssen schützt. Er wird in der Regel oberhalb des Fensters in die Gebäudehülle integriert und bildet die konstruktive Grundlage für den gesamten Sonnenschutz. Raffstorekästen kommen überall dort zum Einsatz, wo außenliegender, lamellenbasierter Sonnenschutz gefragt ist.
Im modernen Neubau spielt die Wahl des richtigen Einbaukastens eine wichtige Rolle für Energieeffizienz, Wärmeschutz und die Einhaltung baulicher Normen. Die folgenden Fragen beleuchten Technik, Materialien, Einbauorte und Unterschiede zu verwandten Systemen.
Wie funktioniert ein Raffstorekasten technisch?
Ein Raffstorekasten umschließt die Wickelwelle, auf der die Lamellen des Raffstores aufgerollt werden. Beim Öffnen wickeln sich die Lamellen auf diese Welle auf, beim Schließen entrollen sie sich nach unten. Der Kasten schützt diesen Mechanismus vor Staub, Feuchtigkeit und UV-Strahlung und trägt gleichzeitig zur thermischen Trennung der Gebäudehülle bei.
Im Inneren des Kastens befinden sich neben der Wickelwelle auch die Führungsschienen, elektrische Antriebe oder Zugmechanismen sowie bei modernen Ausführungen integrierte Dämmkörper. Ein gedämmter Rollladenkasten verhindert, dass über das Gehäuse Wärme verloren geht, was gerade bei energieeffizienten Gebäuden nach dem Gebäudeenergiegesetz entscheidend ist.
Die Lamellen eines Raffstores lassen sich nicht nur auf und ab bewegen, sondern auch in ihrem Winkel verstellen. Genau das unterscheidet ihn technisch vom einfachen Rollladen. Dieser Neigungswinkel wird ebenfalls über den Antriebsmechanismus im Kasten gesteuert, weshalb Raffstorekästen in der Regel etwas mehr Bauraum benötigen als herkömmliche Rollladenkästen.
Welche Materialien werden für Raffstorekästen verwendet?
Raffstorekästen werden heute überwiegend aus Kunststoff, Aluminium oder einer Kombination beider Materialien gefertigt. Kunststoffkästen sind leicht, korrosionsbeständig und lassen sich gut dämmen. Aluminiumkästen bieten höhere Stabilität und eignen sich besonders für größere Spannweiten oder anspruchsvolle Fassadensituationen.
Für den Einsatz in Holzbauten gibt es speziell angepasste Varianten, die als Rollladenkasten Holzbau bezeichnet werden. Diese sind auf die Maßtoleranzen und die Diffusionsoffenheit von Holzrahmenkonstruktionen abgestimmt. Sie werden häufig mit Holzwerkstoffplatten ummantelt oder direkt in die Holzkonstruktion integriert.
Ein weiteres wichtiges Kriterium ist die Dämmung des Kastens selbst. Hochwertige Ausführungen verwenden Hartschaum oder Mineralwolle als Dämmkern, um Wärmebrücken zu vermeiden. Gerade beim Einbaukasten Rollladen im Neubau ist eine ausreichende Dämmstärke Pflicht, um die Anforderungen der aktuellen Energieeinsparverordnung zu erfüllen.
Wo werden Raffstorekästen am Gebäude eingebaut?
Raffstorekästen werden in der Regel oberhalb der Fensteröffnung in die Außenwand integriert. Die genaue Position hängt von der Wandkonstruktion ab: Bei massiven Mauerwerksbauten sitzt der Kasten häufig im Bereich der Deckenrandzone, bei Holzrahmenkonstruktionen wird er in die Ständerkonstruktion eingepasst.
Im Wärmedämmverbundsystem, also bei Raffstorekästen WDVS, ist die Einbausituation besonders anspruchsvoll. Hier muss der Kasten so in die Dämmschicht integriert werden, dass weder Wärmebrücken entstehen noch die Dämmwirkung des Gesamtsystems beeinträchtigt wird. Spezielle Vorsatzkästen oder gedämmte Aufsatzkästen sind für diese Anwendung konzipiert.
Die Deckenranddämmung spielt dabei eine zentrale Rolle: Der Übergang zwischen Rollladenkasten und Decke ist eine klassische Schwachstelle in der Gebäudehülle. Eine sorgfältig ausgeführte Anschlussdämmung verhindert Wärmeverluste und Tauwasserbildung an dieser Stelle. Planer und Ausführende sollten diesen Bereich besonders sorgfältig detaillieren, um Folgeschäden durch Feuchte zu vermeiden.
Was ist der Unterschied zwischen Raffstore und Rollladen?
Der wesentliche Unterschied liegt in der Funktion der Lamellen: Ein Rollladen besteht aus geschlossenen oder leicht perforierten Lamellen, die ausschließlich auf und ab bewegt werden. Ein Raffstore hingegen verfügt über verstellbare Lamellen, die zusätzlich in ihrem Neigungswinkel reguliert werden können, um Licht gezielt zu lenken.
Rollläden bieten in erster Linie Verdunkelung, Einbruchschutz und Wärmeschutz bei Nacht. Raffstorekästen hingegen ermöglichen eine differenzierte Tageslichtsteuerung: Die Lamellen lassen sich so einstellen, dass direktes Sonnenlicht abgehalten wird, während diffuses Tageslicht weiterhin in den Raum gelangt. Das macht Raffstores besonders interessant für Büro- und Wohngebäude, in denen Blendschutz ohne vollständige Verdunkelung gewünscht ist.
Für den Einbau bedeutet das: Der Raffstorekasten benötigt aufgrund des komplexeren Antriebs und der breiteren Lamellen etwas mehr Bauraum als ein herkömmlicher Rollladenkasten Rohbau. Diese Dimension muss bereits in der Planungsphase berücksichtigt werden, um nachträgliche Anpassungen zu vermeiden.
Welche Normen und Anforderungen gelten für Raffstorekästen im Neubau?
Im Neubau unterliegen Raffstorekästen den Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) sowie der DIN 4108, die den Wärmeschutz im Hochbau regelt. Besonders relevant ist der Nachweis, dass der Kasten keine unzulässigen Wärmebrücken in die Gebäudehülle einbringt. Ein gedämmter Rollladenkasten muss daher bestimmte Mindestanforderungen an den Wärmedurchgangskoeffizienten erfüllen.
Darüber hinaus gelten produktbezogene Normen wie die EN 13659, die Anforderungen an außenliegende Abschlüsse und deren Prüfung regelt. Für elektrisch betriebene Systeme kommen zusätzlich Normen zur elektromagnetischen Verträglichkeit und zur Maschinensicherheit zum Tragen.
Bei Neubauten, die nach dem Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) zertifiziert werden sollen, spielen auch ökologische Kriterien eine Rolle: Materialien, Recyclingfähigkeit und der Beitrag des Sonnenschutzsystems zur Reduktion des sommerlichen Wärmeeintrags werden bewertet. Planer sollten daher frühzeitig prüfen, welche Systemlösungen die entsprechenden Nachweise mitliefern. Informationen zu weiteren Systemlösungen für den Neubau finden Sie unter Planungsunterlagen und Downloads.
Kann ein Raffstorekasten nachträglich in bestehende Wände eingebaut werden?
Ein nachträglicher Einbau eines Raffstorekastens in bestehende Wände ist grundsätzlich möglich, aber technisch aufwendiger als die Integration im Rohbau. Der Aufwand hängt stark von der vorhandenen Wandkonstruktion, der Fenstergröße und dem verfügbaren Platz oberhalb des Sturzes ab.
Bei massiven Außenwänden muss in der Regel eine Aussparung im Mauerwerk geschaffen werden. Dabei ist sorgfältig zu prüfen, ob tragende Bauteile betroffen sind und ob die Dämmebene lückenlos weitergeführt werden kann. Für diesen Anwendungsfall eignen sich sogenannte Vorsatzkästen, die außen vor die Wand gesetzt werden, ohne in das Mauerwerk eingreifen zu müssen.
Bei Gebäuden mit einem Wärmedämmverbundsystem ist besondere Vorsicht geboten: Der nachträgliche Einbau eines Rollladenkasten neu in ein bestehendes WDVS erfordert die fachgerechte Wiederherstellung der Dämmebene und der Anschlussdetails. Wird dieser Schritt nicht sorgfältig ausgeführt, entstehen Wärmebrücken und langfristig Feuchteschäden. Eine fachkundige Bauberatung ist in solchen Fällen dringend empfohlen. Wenn Sie ein Lüftungssystem in Ihren Neubau oder Bestandsbau integrieren möchten, finden Sie ergänzende Informationen zu Lüftungssystemen für energieeffiziente Gebäude.
Wie Leipfinger-Bader bei der Planung von Raffstorekästen und Gebäudehüllen unterstützt
Wir bei Leipfinger-Bader verstehen, dass die Integration von Raffstorekästen in die Gebäudehülle weit mehr ist als eine handwerkliche Frage. Es geht um das Zusammenspiel von Wärmeschutz, Konstruktion und Nachhaltigkeit. Als Hersteller von hochwertigen Mauerziegeln und Systemlösungen für den Neubau begleiten wir Planer, Architekten und Bauherren von der ersten Detailplanung bis zur fertigen Wand.
Unsere Leistungen im Überblick:
- Bauberatung: Unser eigenes Bauberatungsteam unterstützt Sie bei der wärmebrückenfreien Planung von Einbaukästen und Anschlussdetails im Mauerwerk.
- Systemlösungen für Mauerwerk und Deckenrand: Unsere Produkte sind auf die Anforderungen des GEG und der DIN 4108 abgestimmt und ermöglichen normkonforme Anschlüsse ohne aufwendige Sonderkonstruktionen.
- Planungsunterlagen: Wir stellen detaillierte Konstruktionszeichnungen und technische Dokumentationen zur Verfügung, die die Ausschreibung und Ausführung erleichtern.
- Nachhaltige Materialien: Unsere Ziegel und Lehmbausysteme sind auf Kreislauffähigkeit ausgelegt und unterstützen Bauvorhaben, die auf QNG-Zertifizierung oder andere Nachhaltigkeitsnachweise abzielen.
Ob Neubau oder Sanierung: Eine gut geplante Gebäudehülle zahlt sich über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes aus. Informieren Sie sich über unsere Systemlösungen oder kontaktieren Sie uns direkt für eine persönliche Bauberatung. Referenzprojekte und Anwendungsbeispiele finden Sie außerdem in unserer Referenzübersicht.