Lehmputz erfreut sich als natürlicher und nachhaltiger Wandbelag immer größerer Beliebtheit. Seine angenehme Haptik und das gesunde Raumklima machen ihn zur ersten Wahl für umweltbewusste Bauherren. Doch was passiert, wenn Sie nach einiger Zeit eine Veränderung wünschen?
Viele Hausbesitzer fragen sich, ob sie ihren Lehmputz einfach überstreichen oder tapezieren können. Die gute Nachricht: Mit der richtigen Vorbereitung und den passenden Materialien ist beides möglich. Dabei gilt es jedoch, einige wichtige Punkte zu beachten, um ein dauerhaft schönes Ergebnis zu erzielen.
Kann man Lehmputz direkt überstreichen?
Ja, Sie können Lehmputz direkt überstreichen. Allerdings sollten Sie die Oberfläche vorher gründlich prüfen und gegebenenfalls grundieren. Lehmputz ist von Natur aus sehr saugfähig und kann bei direktem Anstrich die Farbe ungleichmäßig aufnehmen.
Die Saugfähigkeit des Lehmputzes führt dazu, dass Farben schnell einziehen und fleckig wirken können. Besonders bei wasserbasierten Farben zeigt sich dieser Effekt deutlich. Eine Grundierung schafft eine gleichmäßige Basis und verhindert, dass die Farbe zu stark vom Untergrund aufgesogen wird.
Prüfen Sie vor dem Anstrich die Festigkeit Ihrer Lehmputzoberfläche. Reiben Sie mit der Hand über die Wand – lösen sich dabei Partikel, sollten Sie zunächst eine Grundierung auftragen. Diese stabilisiert die Oberfläche und sorgt für eine bessere Haftung der nachfolgenden Farbschicht.
Welche Farben eignen sich für Lehmputz?
Für Lehmputz eignen sich am besten mineralische Farben wie Silikatfarben, Kalkfarben oder spezielle Lehmfarben. Diese Farben sind dampfdurchlässig und beeinträchtigen die natürlichen Eigenschaften des Lehmputzes nicht.
Silikatfarben verbinden sich chemisch mit dem mineralischen Untergrund und bilden eine dauerhafte, wetterbeständige Oberfläche. Sie sind besonders langlebig und lassen die Wand weiterhin atmen. Kalkfarben haben ähnliche Eigenschaften und wirken zusätzlich antibakteriell.
Vermeiden Sie Dispersionsfarben oder Kunstharzfarben, da diese die Poren des Lehmputzes verschließen können. Dadurch gehen die regulierenden Eigenschaften in Bezug auf die Luftfeuchtigkeit verloren – einer der Hauptvorteile von Lehmbausystemen. Lehmfarben sind die natürlichste Wahl, da sie die gleiche Basis wie der Untergrund haben und perfekt harmonieren.
Wie bereitet man Lehmputz zum Überstreichen vor?
Die Vorbereitung beginnt mit der gründlichen Reinigung der Oberfläche und dem Entfernen loser Partikel. Anschließend tragen Sie eine geeignete Grundierung auf, um die Saugfähigkeit zu regulieren und eine gleichmäßige Farbaufnahme zu gewährleisten.
Reinigen Sie die Wand zunächst mit einem weichen Besen oder Staubsauger von Staub und losen Partikeln. Kontrollieren Sie die gesamte Oberfläche auf Risse oder beschädigte Stellen. Kleinere Unebenheiten können Sie mit Lehmspachtel ausbessern.
Nach der Reinigung folgt der wichtigste Schritt: die Grundierung. Verwenden Sie eine mineralische Grundierung oder einen speziellen Tiefengrund für saugende Untergründe. Tragen Sie diese gleichmäßig mit Pinsel oder Rolle auf und lassen Sie sie vollständig trocknen. Die Grundierung reduziert die Saugfähigkeit und sorgt für einen gleichmäßigen Farbauftrag.
Kann man Tapeten auf Lehmputz kleben?
Das Tapezieren auf Lehmputz ist grundsätzlich möglich, erfordert jedoch eine sorgfältige Vorbereitung der Oberfläche. Eine Grundierung ist unbedingt erforderlich, um die nötige Stabilität und Haftung für den Tapetenkleister zu schaffen.
Ohne Grundierung würde der Tapetenkleister zu schnell in den porösen Lehmputz einziehen und seine Klebkraft verlieren. Zusätzlich könnte sich beim späteren Entfernen der Tapete auch der Lehmputz lösen. Eine hochwertige Grundierung schafft eine stabile Zwischenschicht.
Verwenden Sie für die Grundierung einen Tiefengrund, der speziell für stark saugende Untergründe entwickelt wurde. Nach dem vollständigen Trocknen können Sie handelsübliche Tapeten mit geeignetem Kleister anbringen. Achten Sie darauf, dass der Kleister nicht zu dünn angerührt wird, da sonst die Haftung leiden könnte.
Welche Probleme können beim Überstreichen von Lehmputz auftreten?
Die häufigsten Probleme sind ungleichmäßige Farbaufnahme, Fleckenbildung und mangelnde Haftung der Farbe. Diese entstehen meist durch unzureichende Vorbereitung oder die Verwendung ungeeigneter Materialien.
Fleckenbildung tritt auf, wenn die Farbe unterschiedlich stark vom Untergrund aufgesogen wird. Dies passiert besonders bei sehr saugfähigen oder ungleichmäßig vorbereiteten Oberflächen. Das Ergebnis sind unschöne helle und dunkle Bereiche, die auch durch mehrfaches Überstreichen schwer zu kaschieren sind.
Ein weiteres Problem kann eine mangelnde Haftung sein, wenn die Lehmputzoberfläche zu stark kreidet oder staubt. In diesem Fall löst sich die Farbe zusammen mit den obersten Putzschichten ab. Auch die Verwendung ungeeigneter Farben, die die Atmungsaktivität beeinträchtigen, kann zu Problemen wie Schimmelbildung oder Rissbildung führen. Gelungene Umsetzungen finden Sie in unseren Referenzprojekten.
Wie Leipfinger-Bader bei Lehmputz-Projekten unterstützt
Als erfahrener Hersteller nachhaltiger Baustoffe bieten wir Ihnen umfassende Unterstützung bei allen Fragen rund um Lehmputz und dessen Behandlung. Unsere Expertise hilft Ihnen dabei, die optimale Lösung für Ihr Bauprojekt zu finden:
- Fachberatung zur richtigen Vorbereitung und Behandlung von Lehmputzoberflächen
- Empfehlungen für geeignete Grundierungen und Farben
- Technische Unterstützung durch unseren Innen- und Außendienst
- Qualitätsgeprüfte Lehmputzprodukte aus nachhaltiger Produktion
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Egal ob Sie Ihren Lehmputz überstreichen, tapezieren oder grundlegend sanieren möchten – Leipfinger-Bader steht Ihnen als kompetenter Partner zur Seite und sorgt dafür, dass Ihr Projekt von Anfang an auf dem richtigen Weg ist.
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