Seriell saniert
Seriell saniert
Serielle Sanierung im Wohnungsbau
Das Sanierungsprojekt „Hotel Peterhof“ in Neumarkt-St. Veit ist ein gelungenes Beispiel für die Potenziale der seriellen Sanierung im Wohnungsbau. Vorgefertigte Holzwände wurden dabei vor das bestehende Mauerwerk gesetzt. Das Besondere: Die Wände wurden schon werkseitig mit Holz-Rollladenkästen inklusive dezentralem Lüftungssystemen von Leipfinger-Bader ausgestattet. Auf der Baustelle wird alles als komplette Einheit montiert. Dieses Verfahren ermöglicht eine deutliche Verkürzung der Bauzeit sowie eine hohe Ausführungsqualität und effiziente Umsetzung energetischer Standards.
Deutschland steht vor einer doppelten Herausforderung: Einerseits müssen hunderttausende Wohnungen energetisch saniert werden, um die Klimaziele zu erreichen. Andererseits fehlen weiterhin bezahlbare Wohnungen – der Bedarf liegt laut Bauministerium bei über 300.000 neuen Einheiten pro Jahr. Die serielle Herangehensweise erlaubt eine rationelle und zugleich qualitativ hochwertige Bauabwicklung. Die Vorteile liegen auf der Hand: verkürzte Bauzeiten, geringerer Fachkräftebedarf, hohe Ausführungsqualität und deutliche Kostenersparnis.
Vor allem für die Wohnungswirtschaft bietet die serielle Sanierung einen doppelten Mehrwert: Sie beschleunigt die energetische Transformation des Gebäudebestands und ermöglicht die Modernisierung großer Wohnanlagen mit minimalen Eingriffen in die Nutzung. Standardisierte Prozesse und Module sorgen für Planungssicherheit und eine hohe Reproduzierbarkeit der Qualität. Laut Bundesbauministerium wurde 2024 bereits jede zehnte neu gebaute Wohnung mit Fertigbauteilen errichtet. Der Anteil der seriellen Sanierung habe sich von zwei Prozent im Jahr 2022 auf mehr als 23 Prozent im Jahr 2024 erhöht.
Vom Hotel zum Vorzeigequartier
Seriell saniert wurde auch im oberbayerischen Neumarkt-St. Veit, idyllisch an der Rott gelegen. Dort ist auf einer Grundstücksfläche von 963 Quadratmetern ein zukunftsweisendes Wohnprojekt entstanden. Das traditionsreiche Gebäude „Peterhof“, ehemals Gaststätte und Hotel, wurde im Rahmen einer umfassenden seriellen Sanierung nach Plänen der Wimmer Bauplanung GmbH in ein modernes Mehrfamilienhaus mit zwölf barrierearmen Wohnungen umgewandelt. Das Objekt im NH-40-EE-Standard umfasst nun vier Geschosse mit einer Wohnfläche von 675 Quadratmetern und bietet einen ausgewogenen Wohnungsmix für Singles, Paare und Familien. Die nachhaltige Quartiersentwicklung wird durch einen blickgeschützten Spielplatz im begrünten Innenhof, Carports in Holzbauweise mit extensivem Gründach sowie die Erhaltung markanter Bauelemente wie der Turmspitze unterstützt. Bestehende Holzbalkendecken wurden durch Holz-Beton-Verbunddecken an die neuen Anforderungen angepasst.
Ein besonderes Augenmerk lag auf dem Erhalt der ortsbildprägenden Kastanie im Innenhof. Sie spendet nicht nur natürlichen Schatten für den neuen Spielplatz und sorgt für ein angenehmes Mikroklima, sondern steht symbolisch für den respektvollen Umgang mit gewachsenen Natur- und Kulturräumen.
Sanierung mit System
Das innovative Sanierungskonzept setzt auf einen seriellen Ansatz: Die vorgefertigten Holzwände wurden – neben Fenstern – bereits werkseitig mit Rollladenkästen samt dezentralem Lüftungssystem mit Wärmerückgewinnung von Leipfinger-Bader ausgestattet und vor die bestehende Ziegelwand montiert. Diese Vorgehensweise ermöglicht nicht nur eine schnelle und effiziente Bauabwicklung, sondern auch eine signifikante Verbesserung der Energieeffizienz. Die Außenwände wurden als komplette Einheit angeliefert und auf der Baustelle montiert. Die Lüftungseinheiten wurden nach Abschluss des Innenausbaus in Betrieb genommen. Zunächst erfolgten Kernbohrungen durch die Bestandswand, über die die Lüftungsrohre in die vorbereiteten Kastenmodule eingeführt wurden. In Bereichen ohne Rollladenkasten – etwa bei Dachschrägen – kamen kompakte Wandeinbaublöcke von Leipfinger-Bader zum Einsatz. Das Lüftungskonzept wurde individuell auf das Gebäude abgestimmt, inklusive der bedarfsgerechten Anzahl an Geräten pro Wohneinheit zur Sicherstellung einer effektiven Kreuzlüftung. Nach Abschluss der technischen Installationen wurden die Hohlräume der Holzwände zudem mit Einblasdämmung ausgeflockt. Die bestehende Bausubstanz wurde dabei so weit wie möglich erhalten.
Kombinierte Dämm- und Lüftungstechnik
Im Zuge der Sanierung kamen 63 Holz-Rollladenkästen mit zum Teil integrierter dezentraler Lüftung sowie fünf Wandeinbaublöcke zum Einsatz – mit insgesamt 37 Lüftungseinheiten. Die Holz-Rollladenkästen bestehen aus Holzfaserplatten und einer ökologischen Hanf-Jute-Dämmstofffüllung, die sehr gute Dämmwerte und Schallschutz bietet. Das verwendete Dämmmaterial bindet aktiv CO2, reduziert den Energiebedarf bei der Herstellung und trägt zur Nachhaltigkeit des Gesamtprojekts bei. Die Kästen entsprechen zudem der Brandschutzklasse B1. Das eingesetzte Lüftungssystem Premium von Leipfinger-Bader sorgt für eine kontinuierliche, kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung und trägt so maßgeblich zur Energieeffizienz und zum Erhalt einer gesunden Raumluft bei. Die Geräte arbeiten besonders leise, verfügen über bedarfsgerechte Steuerungsmöglichkeiten und ermöglichen durch ihre kompakte Bauweise eine flexible Integration in verschiedene Einbausituationen.
ESG im Fokus
Das Projekt „Peterhof“ zeigt exemplarisch, wie sich ESG- Kriterien im Kontext serieller Sanierung umsetzen lassen. So sorgen die energetischen Maßnahmen – von der Holzständerbauweise über dreifach verglaste Kunststofffenster bis hin zur Fernwärmeversorgung mit Biomasse – für einen sehr niedrigen Primärenergiebedarf. Insgesamt werden durch die Sanierung rund 142,7 Tonnen CO2 gespeichert. Besonders weitsichtig werden zudem Abbruchmaterialien vor Ort recycelt und als Unterbau für die Außenanlagen wiederverwendet. Die transparente Planung und Bauausführung und der Fokus auf nachhaltige Materialien garantieren einen langfristigen Werterhalt und eine hohe Lebensqualität für die neuen Bewohner. Zudem stärkt das Vorhaben das soziale Miteinander im Quartier. Offene Kommunikation während Planung und Bau sowie eine fortlaufende Betreuung der Mieter nach dem Einzug sorgen für Vertrauen und Wohnqualität.
Das gesamte Bauvorhaben verdeutlicht, wie serielle Sanierung und nachhaltige Bautechnologien im Zusammenspiel funktionieren können. Die Verbindung aus ressourcenschonender Bauweise, CO2-Einsparung und dem Erhalt ortsbildprägender Elemente liefert eine praxisnahe Antwort auf aktuelle Herausforderungen im Wohnungsbestand.
Bautafel
- Bauvorhaben: Komplettsanierung und Umbau „Hotel Peterhof“ in ein Wohngebäude, Neumarkt-St. Veit
- Bauherr: Wimmer Holzbau Trockenbau GmbH, Pleiskirchen
- Planung: Wimmer Bauplanung GmbH, Pleiskirchen
- Fachhandel und Komplettdienstleister: Schönreiter Baustoffe GmbH, Tacherting
- Holz-Rollladenkästen und Lüftungssystem: Leipfinger-Bader, Vatersdorf
- Bauzeit: Februar 2025 bis Januar 2026
Pressebilder Vorschau
Pressekontakt
Caterina Bader
CMO
Leipfinger-Bader GmbH
Ziegeleistraße 15
84172 Vatersdorf
Tel.: 08762 / 733 – 153
Fax: 08762 / 733 – 110
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